Bluthochdruck liegt vor, wenn der Blutdruck dauerhaft über 140/90 mmHg liegt. Diese Erkrankung betrifft in Deutschland etwa 20-30 Millionen Menschen und entsteht durch verschiedene Faktoren wie genetische Veranlagung, Übergewicht, Stress und ungesunde Ernährung. In 90% der Fälle handelt es sich um primäre Hypertonie ohne erkennbare Grunderkrankung.
Bluthochdruck wird oft als "stiller Killer" bezeichnet, da er meist symptomlos verläuft. Gelegentlich können Kopfschmerzen, Schwindel oder Nasenbluten auftreten. Wichtige Risikofaktoren sind Rauchen, übermäßiger Salzkonsum, Bewegungsmangel und familiäre Vorbelastung.
Zur Behandlung stehen verschiedene bewährte Medikamentenklassen zur Verfügung:
Neben der medikamentösen Therapie sind Lebensstiländerungen essentiell: regelmäßige Bewegung, salzarme Ernährung, Gewichtsreduktion und Stressabbau können den Blutdruck erheblich senken.
Herzinsuffizienz bezeichnet die verminderte Pumpfunktion des Herzens, wodurch der Körper nicht ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt wird. In Deutschland sind etwa 2-3 Millionen Menschen betroffen. Die Erkrankung wird nach der New York Heart Association (NYHA) in vier Stadien eingeteilt, von leichten Beschwerden bei Belastung bis hin zu Symptomen in Ruhe.
Typische Anzeichen einer Herzinsuffizienz sind Luftnot bei Anstrengung oder im Liegen, schnelle Ermüdbarkeit und Wassereinlagerungen in Beinen und Knöcheln. Patienten bemerken oft eine reduzierte Leistungsfähigkeit im Alltag und nächtlichen Harndrang.
Die moderne Herzinsuffizienz-Therapie basiert auf einer Kombination verschiedener Medikamentengruppen:
Digitalis-Präparate wie Digoxin werden heute nur noch bei bestimmten Patienten mit Vorhofflimmern und schwerer Herzinsuffizienz eingesetzt, da sie zwar die Symptome verbessern, aber die Prognose nicht positiv beeinflussen.
Die regelmäßige und korrekte Einnahme der verordneten Medikamente ist bei Herzinsuffizienz lebenswichtig. Therapieunterbrechungen können zu lebensbedrohlichen Verschlechterungen führen. Patienten sollten niemals eigenmächtig Medikamente absetzen und regelmäßige Kontrolltermine einhalten.
Die koronare Herzkrankheit entsteht durch Arterienverkalkung (Arteriosklerose) in den Herzkranzgefäßen, wodurch die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels beeinträchtigt wird. Diese Verkalkung entwickelt sich über Jahre durch Ablagerungen von Cholesterin, Kalzium und anderen Substanzen in den Arterienwänden.
Bei stabiler Angina treten Brustschmerzen nur unter Belastung auf und verschwinden in Ruhe. Die instabile Angina hingegen kann auch in Ruhephasen auftreten und gilt als medizinischer Notfall, da sie einen drohenden Herzinfarkt anzeigen kann.
Die Notfallmedikation umfasst schnell wirksame Nitrate, während die Langzeittherapie eine Kombination verschiedener Wirkstoffe erfordert. Die Sekundärprävention nach einem Herzinfarkt ist entscheidend und beinhaltet lebenslange Medikation sowie Lebensstiländerungen.
Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) sind Störungen der normalen Herzschlagfolge und können verschiedene Formen annehmen. Vorhofflimmern ist die häufigste Form und erhöht das Schlaganfallrisiko erheblich. Tachykardien bezeichnen einen zu schnellen Herzschlag, während Bradykardien durch eine zu langsame Herzfrequenz charakterisiert sind.
Typische Symptome umfassen Herzrasen, Schwindel, Atemnot und Brustschmerzen. Unbehandelte Rhythmusstörungen können zu Herzinsuffizienz oder Schlaganfall führen.
Bei Vorhofflimmern ist eine Antikoagulation mit Warfarin oder neuen oralen Antikoagulanzien essentiell. Die regelmäßige Überwachung der Therapie und Beachtung möglicher Nebenwirkungen sind für den Behandlungserfolg entscheidend.
Fettstoffwechselstörungen gehören zu den wichtigsten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Erhöhte Cholesterin- und Triglyceridwerte können zur Arteriosklerose führen und das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich steigern. LDL-Cholesterin wird als "schlechtes" Cholesterin bezeichnet, während HDL-Cholesterin eine schützende Wirkung hat.
Zur medikamentösen Therapie stehen verschiedene Wirkstoffgruppen zur Verfügung:
Die Zielwerte richten sich nach dem individuellen Herz-Kreislauf-Risiko. Hochrisikopatienten sollten LDL-Werte unter 70 mg/dl erreichen. Neben der medikamentösen Therapie sind diätetische Maßnahmen, regelmäßige Bewegung und Gewichtsreduktion essentiell für den Therapieerfolg. Regelmäßige Laborkontrollen überwachen die Wirksamkeit und mögliche Nebenwirkungen.
Thromboembolien entstehen durch die Bildung von Blutgerinnseln in Venen oder Arterien. Diese können lebensgefährliche Komplikationen wie Lungenembolie oder Schlaganfall verursachen. Die Virchow-Trias beschreibt drei Hauptfaktoren: verlangsamter Blutfluss, Gefäßwandschäden und erhöhte Gerinnungsneigung.
Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehören längere Immobilisation, operative Eingriffe, Krebserkrankungen, Schwangerschaft und genetische Gerinnungsstörungen. Auch Übergewicht, Rauchen und die Einnahme hormoneller Verhütungsmittel erhöhen das Thromboserisiko.
In deutschen Apotheken sind verschiedene Antikoagulantien verfügbar:
Die Antikoagulation erfordert sorgfältige Überwachung des Blutungsrisikos. Bei Vitamin-K-Antagonisten sind regelmäßige INR-Kontrollen notwendig. DOAKs bieten den Vorteil geringerer Interaktionen, erfordern aber bei Operationen spezielle Bridging-Protokolle zur Vermeidung von Blutungskomplikationen.