Asthma ist eine chronische Erkrankung der Atemwege, bei der sich die Bronchien entzünden und verengen. In Deutschland leiden etwa 8-10% der Kinder und 5-7% der Erwachsenen an Asthma, was es zu einer der häufigsten chronischen Erkrankungen macht. Man unterscheidet zwischen allergischem Asthma, das durch Allergene wie Pollen oder Hausstaubmilben ausgelöst wird, und nicht-allergischem Asthma, das durch Infekte, Stress oder Reizstoffe entstehen kann.
Typische Symptome sind anfallsartige Atemnot, pfeifende Atemgeräusche, Husten und ein Engegefühl in der Brust. Bei einem Asthmaanfall schwellen die Schleimhäute in den Bronchien an, die Muskulatur verkrampft sich und es wird vermehrt zäher Schleim produziert. Dies führt zu einer deutlichen Verengung der Atemwege und erschwert besonders das Ausatmen erheblich.
Die Entstehung von Asthma ist multifaktoriell bedingt. Eine genetische Veranlagung spielt eine wichtige Rolle - Kinder von Asthmatikern haben ein erhöhtes Risiko, selbst zu erkranken. Umweltfaktoren verstärken diese Disposition zusätzlich und können Asthma-Anfälle auslösen.
Weitere wichtige Trigger sind Atemwegsinfekte, körperliche Anstrengung, starke Gerüche, Wetterumschwünge mit Kälte oder hoher Luftfeuchtigkeit sowie psychischer Stress. Auch bestimmte Medikamente wie Aspirin können bei empfindlichen Personen Asthmaanfälle auslösen. Die individuelle Empfindlichkeit gegenüber verschiedenen Auslösern variiert stark zwischen den Betroffenen.
In deutschen Apotheken sind verschiedene Asthma-Medikamente erhältlich, die je nach Schweregrad und Art der Erkrankung verschrieben werden. Die Behandlung erfolgt hauptsächlich über zwei Medikamentengruppen, die unterschiedliche Funktionen erfüllen.
Diese bronchienerweiternden Medikamente wirken schnell bei akuten Asthmaanfällen. Zu den häufig verwendeten Wirkstoffen gehören Salbutamol (bekannt unter den Markennamen Sultanol und Ventolin) sowie Fenoterol (Berotec). Sie entspannen die Atemwegsmuskulatur und verschaffen innerhalb weniger Minuten Linderung.
Für die dauerhafte Asthmakontrolle werden entzündungshemmende Kortisonsprays wie Budesonid und Beclometason eingesetzt. Moderne Kombinationspräparate wie Foster oder Symbicort enthalten sowohl entzündungshemmende als auch bronchienerweiternde Wirkstoffe für eine optimale Langzeitbehandlung.
Alle Asthma-Medikamente sind in Deutschland verschreibungspflichtig und nur mit ärztlichem Rezept in Apotheken erhältlich. Die Präparate unterscheiden sich in Wirkdauer, Dosierung und Anwendungsfrequenz, weshalb eine individuelle ärztliche Beratung essentiell ist.
Die richtige Anwendung von Inhalatoren ist entscheidend für den Therapieerfolg bei Asthma. In Deutschland sind verschiedene Inhalator-Systeme verfügbar, die je nach Patient und Bedarf ausgewählt werden.
Dosieraerosole (MDI) sind die klassischen Sprays mit Treibgas, die eine koordinierte Atmung erfordern. Pulverinhalatoren (DPI) werden durch den eigenen Atemzug ausgelöst und sind daher einfacher zu handhaben. Für Kinder und schwere Asthmaformen kommen elektrische Vernebler zum Einsatz, die das Medikament in feinste Tröpfchen umwandeln.
Häufige Anwendungsfehler sind zu schnelles Einatmen, falsche Koordination bei Dosieraerosolen oder unzureichende Reinigung der Geräte. Eine regelmäßige Schulung in der Apotheke optimiert die Inhalationstechnik.
Ein erfülltes Leben mit Asthma ist bei richtiger Herangehensweise durchaus möglich. Der erste Schritt ist die Erstellung eines individuellen Asthma-Aktionsplans gemeinsam mit Ihrem Arzt. Dieser Plan hilft Ihnen, Ihre Symptome zu überwachen und im Notfall richtig zu reagieren.
Die Vermeidung von Triggern im Alltag spielt eine zentrale Rolle. Dazu gehören Allergene wie Hausstaubmilben, Pollen oder Tierhaare. Eine asthmafreundliche Wohnungsgestaltung umfasst regelmäßiges Lüften, spezielle Bettwäsche und den Verzicht auf Teppiche in Schlafräumen.
Sport und körperliche Aktivität sollten nicht gemieden werden. Geeignete Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren können die Lungenfunktion sogar verbessern. Bei der Ernährung empfiehlt sich eine ausgewogene Kost reich an Omega-3-Fettsäuren und Antioxidantien.
Asthma bei Kindern erfordert besondere Aufmerksamkeit, da sich die Symptome oft anders zeigen als bei Erwachsenen. Eltern sollten auf nächtlichen Husten, Atemnot beim Spielen oder häufige Erkältungen achten.
Während der Schwangerschaft ist eine konsequente Asthma-Behandlung besonders wichtig, da unbehandeltes Asthma sowohl für Mutter als auch Kind gefährlich werden kann. Die meisten Asthma-Medikamente sind auch in der Schwangerschaft sicher anwendbar.
Im Alter können sich Asthma-Symptome verändern oder erstmals auftreten. Berufsbedingtes Asthma durch Stäube, Dämpfe oder chemische Substanzen am Arbeitsplatz erfordert oft eine Anpassung der Arbeitsbedingungen.
Bei wiederkehrenden Beschwerden, nächtlichen Symptomen oder häufigem Bedarf an Notfallmedikamenten sollten Sie umgehend einen Facharzt aufsuchen.